Was sich KMU von Start-ups abschauen können

  • Die Geschwindigkeit wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen nimmt zu. KMU stehen vor der Herausforderung, innovativ zu sein und gleichzeitig ihre Marktposition langfristig zu festigen.   Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft spürbar, keine Branche ist vor tiefgreifenden Veränderungen gefeit. Schnellere Innovationszyklen, Produkte sind leichter kopierbar, laufend drängen neue Player auf den Markt, der Konkurrenzdruck steigt, die Kundenansprüche und gesellschaftlichen Trends ändern sich immer häufiger und sind dadurch schwer planbar. Traditionelle Geschäftsfelder geraten in Gefahr. Nur die wenigsten etablierten Unternehmen sind jedoch bereit, ihr eigenes Geschäftsmodell zu hinterfragen: „Never touch a running system.“ Dieses Motto scheint für den Moment noch sinnvoll zu sein. Aber ist der Status quo in einer immer dynamischeren Welt auch mittelfristig zu halten?

Das Umfeld der Start-ups

  • Unternehmen werden durch die zunehmende Geschwindigkeit wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen verstärkt gezwungen, für langfristiges profitables Wachstum auch neue Geschäftsfelder zu erschließen – und damit für sie ungewisses Terrain zu erkunden. Bewährte Strukturen und Vorgehensweisen funktionieren dort kaum mehr. Dies ist mit Unsicherheit und Unbestimmtheit bei Produktanforderungen, Geschäftsmodell und Marktdaten verbunden. Ein Umfeld, in dem sich Start-ups ständig bewegen. Sie sind permanent auf der Suche nach unbekannten Modellen und gelten als Pioniere bei der Innovationskultur. Vor allem ihre explorative Herangehensweise, um aus Ungewissheit Wissen zu machen, führt Start-ups zum Erfolg. Und davon können auch KMU profitieren. KMU können von Start-ups lernen, wie experimentelle Prozesse aufgesetzt und Innovationen angestoßen werden können.

Die Grundlage des Erfolgs

    • Zahlreiche Experimente durchführen, daraus lernen und wenn nötig auf Basis dieses neuen Wissens einen neuen Weg einschlagen. In der Verhaltensökonomie wird diese „Experimentability“ als Grundlage für unternehmerischen Erfolg gesehen.-Unternehmen sollen eine Struktur schaffen, in der Experimentieren zur Norm wird.

    • Jeder im Haus darf unternehmerisch denken, nicht nur die Führungsetage. Gute Ideen sind jederzeit und von jedem willkommen. Dazu müssen aber alle Mitarbeiter auch wissen, dass ihr Input gewünscht ist. Kooperative und nicht hierarchische Strukturen schaffen  ein innovationsfreundliches Klima. Der Austausch über alle Ebenen hinweg soll die dominante Interaktionsform sein.

    • Schafft das neue Produkt einen Mehrwert für den Kunden – und ist er auch bereit, dafür zu zahlen? Erst wenn Ideen und Innovationen aus Kundensicht formuliert werden können, kann man den nächsten Schritt gehen.

    • Groß denken, klein anfangen, schnell skalieren: So lautet das Credo von Startups. Sie probieren einfach aus, statt langatmig zu analysieren. Sie erstellen nach der Ideenfindung einen schnell greifbaren, kostengünstigen Prototyp. Kunden werden bei Tests bereits in einem sehr frühen Stadium der Produktentwicklung einbezogen. Auf Basis dieser Erkenntnisse kommt es zu einer Weiterentwicklung, weiteren Tests und so weiter – bis der Prototyp marktreif ist.

    • Rückschläge sind vorprogrammiert, wenn man Neues ausprobiert. Ein Kurswechsel soll nicht als Misserfolg gesehen werden, er ist ein wichtiger Bestandteil des Lernprozesses. Dies erfordert auch eine entsprechende Fehlerkultur. Scheitern als Chance und Lernen aus Fehlern sollen nicht nur Leerformeln sein. Wie heißt schon ein altes Sprichwort: „Wo gehobelt wird, fallen Späne“.

  • Buchtipp: Eric Ries, „The Startup Way“, Verlag Vahlen.