Employer Branding: Die Generation Z erwartet Videos

Arbeitgeber-Marketing im Wandel: Die Generation Z bringt ein völlig anderes Wertemuster mit. Wie Unternehmen die jungen Talente beim Recruiting erreichen können.

  • Am Arbeitsmarkt vollzieht sich ein Generationenwechsel. Die sogenannte Generation Z – also die nach 1995 Geborenen – drängt vermehrt ins Berufsleben, sie spielt für die Personalbeschaffung bereits eine wichtige Rolle. Das Besondere dabei ist: Die Unterschiede der „Zettler“ zu ihren Vorgängern sind recht gravierend. Sie bringen nicht nur ein völlig anderes Wertemuster mit, sie wollen bei der Bewerbung auch anders angesprochen werden. Dies bedeutet, dass sich alle damit verwandten Themen, wie Employer Branding, verstärkt auf die charakteristischen Ansprüche der Generation Z fokussieren müssen.

Digital und real sind eins

  • Es ist die erste Generation, die nicht digital sozialisiert wurde, sondern sich von Geburt an voll in der digitalen Welt befunden hat. Andere gehen ins Internet, die Generation Z lebt darin. Bei ihr gibt es keine gedankliche Trennung von digital und real mehr, sie kennt nichts anderes als eine vernetzte Welt. Eine Breitband-Internetverbindung ist für sie so selbstverständlich wie fließendes Wasser und Strom aus der Steckdose. Sie steuert ihr Leben über mobile Technologien und tauscht sich über soziale Netzwerke oder Messenger aus. Mehr als die Hälfte der Generation Z fühlt sich ohne ihr Smartphone sogar unwohl und von der Welt abgeschnitten (Quelle Statista). Es gilt nicht mehr „mobile first“, sondern „mobile only“.

Was ist der Generation Z in der Arbeitswelt wichtig?

    • Ihr künftiger Arbeitgeber soll auch ihre Werte vertreten.
    • Die individuelle Selbstverwirklichung hat Vorrang vor der klassischen Karriere.
    • Die Generation Z fordert vom Unternehmen Authentizität.
    Für den Recruiting-Prozess bedeutet das: Es geht vor allem darum, den Bewerbern die Sinnhaftigkeit des Berufs nahezubringen. Entsprechend glaubwürdig und realistisch muss das Unternehmen beim Employer Branding auftreten.

Mit welchem Medium erreicht man die Generation Z?

  • Die Digitalisierung hat das Mediennutzungsverhalten der Generation Z gegenüber früheren Generationen massiv verändert. Aufgewachsen in einer Nach-Zeitungs-Welt und mit einem von Netflix und YouTube geprägten Medienverhalten, kommen ihr visuell verpackte Botschaften sehr entgegen. Laut ÖWA (Österreichische Webanalyse) nutzt mehr als die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen täglich oder beinahe täglich Video-on-Demand-Angebote – und zwar überwiegend am Smartphone. Dabei dienen die Videos nicht zur zum Entertainment, die Generation Z nutzt diese auch um an Informationen und Wissen zu gelangen; gelernt wird überwiegend mit erklärenden Videos. Im Recruiting-Prozess bieten sich daher – anstelle langer Stellenbeschreibungen – vor allem aussagekräftige Bilder und prägnante Videos an, um den potenziellen Interessenten das Unternehmen näher zu bringen. Ein weiterer Vorteil dabei, der sich nicht ausschließlich auf die Generation Z bezieht: Das menschliche Gehirn kann visuelles Material schneller verarbeiten als Text.

Die Macht der Story

  • Die Generation Z fordert Authentizität und Transparenz. Entsprechend glaubwürdig müssen Unternehmen auch auftreten. „Be true“ lautet das Motto beim Employer Branding. Die Kommunikation dabei sollte direkt, sofort zugänglich und visuell sein, um den Bedürfnissen der Generation Z gerecht zu werden. Das Employer-Branding-Video vermittelt Werte, bietet einen Einblick in den Arbeitsalltag und zeigt das Unternehmen von einer persönlichen Seite. Damit es diese Aufgabe erfüllt, muss es Emotionen wecken, indem es Geschichten erzählt, die berühren und in denen sich die Zielgruppe wiederfindet. Video alleine reicht somit nicht, damit etwas im Kopf der Generation Z hängen bleibt. Es braucht auch Storytelling.